Sankt Martin
Am Himmel Mond und Sterne
unten ich mit der Laterne,
singe was der Mund hält,
wenn auch mal ein Hund bellt,
das Lied von Martin und dem Mann
der keinen Mantel kaufen kann
Listen! Martin auf dem Pferd,
eilt nach Haus zu Weib und Herd
Als er einen Bettler sieht,
der frierend auf der Erde kniet.
Martin fragt: “Was frierst Du Mann?
zieh dir doch ‘nen Mantel an”
“Hey, du Ritter auf dem Pferd,
hast Du noch nie von mir gehört?
Ich bin doch der arme Mann,
der keinen Mantel kaufen kann.
auch habe ich nicht Weib noch Herd;
na klar, und ebenso kein Pferd.”
Das hört Martin und denkt schnell,
“mein Mantel, Größe XXL,
reicht zur Not auch für uns zwei
zum Glück hab ich mein Schwert dabei”
Er hat dann, wider alle Sitten,
den Mantel mitten durchgeschnitten.
Der Bettler kriegt das linke Stück,
der Stoff ist warm und weich und dick
Das and’re zieht der Martin an
es ist kein rechter Halt mehr dran;
dauernd rutscht das Teil herunter
den Martin hält der Mißstand munter.
Schnell sprach sich diese gute Tat,
herum in Martins Heimatstadt
auch der Papst hat es vernommen,
und ließ den Martin zu sich kommen
“Ich brauche einen Bischhoff just,
sag, Martin, hättest du nicht Lust?”
Der Martin nahm die Stelle an,
blieb stets ein braver Gottesmann,
hatte Gutes immer nur im Sinn,
ein neuer Mantel war auch noch drin,
am 11.11 er verschied,
damit endet dieses Lied.